Ferdinand Porsche konstruiert den P1 1898 – sein erstes Auto

On 28. März 2014 by Detlef Rochow

Der erste Porsche, der Egger-Lohner C.2 ist besser bekannt als P1 weil Porsche wesentliche Bauteile mit „P1“ markierte. Er sah aus wie eine Kutsche ohne Pferd und war seiner Zeit – und auch seinen Konkurrenten – weit voraus: 130 Kilogramm wiegt der achteckige Elektromotor, der mit Stoßdämpfern versehen an der Hinterachse pendelnd aufgehängt ist – ein nicht zu unterschätzender Vorteile auf den holprigen Wegen des 19. Jahrhunderts.

Nach mehr als 70 Jahren - der P1 Elektromotor funktioniert noch

© PORSCHE. Nach all den Jahren läuft der Elektromotor an der Hinterachse noch. Als die ersten Autos Ende letzten des 19. Jahrhunderts gebaut wurden, sah es so aus, als mache der elektrische Antrieb, nicht der Verbrennungsmotor, das Rennen, nicht der Verbrennungsmotor. Die geringere Lärm- und Abgasbelastung wird schon damals als Vorteil gesehen.

Porsche hatte auch den Motor selbst konstruiert. Er bringt 3 PS im Normalbetrieb, kurzfristig bis zu 5 PS. Ein einstufiges Differentialgetriebe (Übersetzung zur Hinterachse 1:6,5) überträgt die Kraft über Zahnkränze auf die Radnaben. Der Controller verfügt über 12 Fahrstufen: Sechs Vorwärtsstufen, 2 „Rückwärtsgänge“, vier Bremsstufen. Gelenkt wird über die Vorderachsschenkel. Der Bleiakkumulator – ein 44 Zellen-Akku, 120 Amperestunden – wiegt rund 500 Kilogramm und erlaubt Spitzengeschwindigkeiten von 35 und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde bei einer Reichweite von etwa 80 Kilometern.

© PORSCHE. So sah er aus: Der 116 Jahre alte Egger-Lohner C.2 ist Ende Juni 1898 erstmals auf Wiener Straßen zu sehen. In wichtige Bauteile wie die Radnaben schlägt Ferdinand Porsche die Bezeichnung „P1“ ein – sein erstes Auto.

© PORSCHE. So sah er aus: Der 116 Jahre alte Egger-Lohner C.2 ist Ende Juni 1898 erstmals auf Wiener Straßen zu sehen. In wichtige Bauteile wie die Radnaben schlägt Ferdinand Porsche die Bezeichnung „P1“ ein – sein erstes Auto.

Der P1 verfügt bereits über eine Art Zweikreisbremssystem – Bandbremsen, wie sie bei Kutschen üblich waren, gepaart mit einer elektrisch gesteuerten Bremse per Druck den Lenkradkranz. Eine mechanische Bremse verhindert, dass der P1 rückwärts rollt.

Mit diesem Fahrzeug gewinnt Porsche ein Jahr später aus Anlass der Internationalen Motorwagen-Ausstellung – im September 1899 – ein Wettrennen für Elektrofahrzeuge in Berlin: 40 Kilometer in gut anderthalb Stunden, Durchschnittsgeschwindigkeit 25,8 Kilometer pro Stunde, Vorsprung 18 Minuten. Porsches erster Sieg in einem Rennen.

Bereits ein weiteres Jahr später, 1900, ergänzt Ferdinand Porsche den inzwischen für alle vier Räder konzipierten Radnabenantrieb mit einem Benzinmotor. Unter der Bezeichnung Lohner-Porsche-Mixte wird dieses Automobil mit Hybridantrieb 1902 in Serie gefertigt – 95 Jahre vor dem Toyota Prius.

Da die Entwicklung der Automobiltechnik in dieser Zeitenwende rasant voranschritt, wurde der P1 bereits 1902 ausgemustert, Verwertbares entfernt. Porsche selbst stellte sein Auto aufs Abstellgleis, wie eine Notiz in der Handschrift des Meisters 112 Jahre später nahelegt.

PORSCHE “P1″ – The first Porsche: This is the Teaser for the first Porsche “P1″ museum film, which is part of the permanent exhibition of the “P1″ in the Porsche museum in Stuttgart.

Seit einem Vierteljahr kann das “Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton” – kurz P1 – in unrestauriertem Zustand aber mit angedeuteten Aufbauten (siehe Titel) im Porsche-Museum in Stuttgart-Zuffenhausen betrachtet werden. Ein Video erläutert dazu die technische Entwicklung des Elektrofahrzeugs.

Das Porschemuseum:
Di-So 9-18 Uhr, Eintritt 8 Euro
Porscheplatz 1
70435 Stuttgart-Zuffenhausen
Tel.: 0049 (0)711 – 911 20 911
info.museum@porsche.de
http://www.porsche.com/museum/de/

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