Die 170 S Cabrios von Mercedes Benz – Klassiker mit Seltenheitswert

On 23. August 2012 by Detlef Rochow

Zwischen Mai 1949 und November 1951 hat Mercedes 2.433 170 S Cabrios gebaut: 1.603 170 S vom 4-Sitzer (Cabrio B) und 830 Stück vom Zweisitzer (Cabrio A). Der Autosalon Singen – www.autosalon-singen.de – hat aktuell einen Mercedes-Benz 170 S Cabrio B (Fahrzeugnr.: 3484_2) im Angebot: Erstzulassung 2.11.1950, Lackfarbe Dunkelgrün, Interieur Leder Beige. Kosten: 129.900 Euro. Der Autosalon schreibt: „Das Fahrzeug hatte 1950 eine deutsche Erstauslieferung und wurde jetzt einer kompletten Restauration unterzogen und alles wieder auf den optischen Stand der Erst-Auslieferung gebracht, natürlich mit technischen und materialabhängigen Verbesserungen.“ motor-klassik.de http://www.motor-klassik.de/ aus dem Stuttgarter Verlagshaus Motorpresse hält es für möglich, Limousinen des 170 S in gutem Zustand bereits für rund 27.000 Euro zu bekommen, das Cabriolet A taxieren sie auf gut 100.000 und das Cabrio B auf rund 70.000 Euro – im Durchschnitt und in durchschnittlichem Erhaltungszustand.

Mercedes-Benz 170S Cabriolet 1950

Mercedes-Benz 170S Cabriolet 1950 – Copyright: Lglswe, Wikimedia Commons

Nebenbei: Philipp Deppe, der für den mercedes-benz-passion.com-Blog schreibt, notierte: „Die Preise für das 170 S Cabriolet B lagen mit 12 500 DM und für das exklusive und sehr elegante 170 S Cabriolet A mit 15 800 DM in Preisregionen, die in den Jahren 1949 und 1950 die obere Grenze des deutschen Personenwagen-Angebots darstellen.“

Wer heute zu den Glücklichen gehört und bereits einen 170 S besitzt, dem gibt Günter Scherlinzky aus Heilbronn praktische Lebenshilfe: http://www.170v.de/. Er betont: „Unser Forum zählt inahezu 1.000 registrierte Mercedes-Oldtimer-Freunde.“ Und die bewegen Fragen wie: Wo bekomme ich einen abschließbaren Tankdeckel her? Wie kann ich selbst den Dachhimmel einbauen? Wie rette den verbogenen beziehungsweise verzogen Winker? Wo bekomme ich Ersatz für einen Signalring für mein Dreispeichen-Lenkrad? Und das Beste: Immer findet sich einer, der Rat weiß. Die Motorpresse-Experten verweisen zusätzlich auf spezialisierte Händler, denn Karosserie-, Ausstattungs- und Zierteile sind gar nicht mehr so leicht zu bekommen: Werner Karasch in Gelsenkirchen, Heinrich E. Niemöller Ing. in Mannheim aber auch Wolfgang Westphal in Pattensen, Kirschinger & Sohn sowie Schulz und Mix.

Mercedes Benz 170 DS

Mercedes Benz 170 DS – Foto: Rudolf Stricker

Doch zurück in Jahr 1946: Damals wurde die Pkw-Produktion mit dem bewährten Typ 170 V (W136), aus dem auch 170 S entwickelt wurde, wieder aufgenommen. Allerdings wurden nur Lieferwagen produziert: In Mai und Juni 1946 kamen die ersten Pritschen- und Kastenlieferwagen auf den Markt; im September und Oktober folgten ein Krankenwagen sowie ein Polizeistreifenwagen. Im Juli 1947 lief die Produktion der viertürigen Limousine an und im Mai 1949 wurden mit dem 170 D und 170 S – eine Limousine und zwei Cabrios – die ersten neuentwickelten Nachkriegs-PKWs vorgestellt. Der Mercedes-Benz 170 S „war 170 mm länger, 104 mm breiter und besser ausgestattet als der 170 V. Anstatt des 38-PS-Motors besaß er einen vergrößerten Vierzylinder mit 1767 cm³ Hubraum und einer Leistung von 52 PS, der ihm eine Höchstgeschwindigkeit von 122 km/h erlaubte. Die Vorderachse war an Schraubenfedern und Doppelquerlenkern aufgehängt, im Gegensatz zur Querblattfeder des 170 V.“ So formuliert es der anonyme Autor für Wikipedia.

„Während der Typ 170 S Maßstäbe in punkto Fahrkomfort setzt, bringt der Typ 170 D den Dieselantrieb im Personenwagen in die Großserie und macht ihn somit erst richtig salonfähig. Auf beiden Gebieten – Fahrkomfort und Dieselantrieb – wird Daimler-Benz in den folgenden Dekaden immer wieder Innovationen hervorbringen, die allen Autofahrern und der ganze Branche nutzen“ schreibt Philipp Deppe 60 Jahre nach der ersten Präsentation der 170 S – der Limousine und der beiden Cabrios – auf der Technischen Exportmesse 1949 in Hannover, in seinem Blog http://blog.mercedes-benz-passion.com/

Eigentlich sollte der 170 S dem Markt und den Kunden einfach als Nachfolger des 170 V vorgestellt werden, aber jetzt mauserten sich die 170 S Modelle, insbesondere die beiden 170 S Cabrios zu Fahrzeug der Extraklasse. So wird das auch im Markt gesehen und so entwickelten sie sich heute zu Autos mit Kultstatus. Auch wenn den eleganten Cabrios nach nur rund zehn Jahren mit dem Erscheinen des Mercedes-Benz 220 (W 187) auf der IAA 1951 erstmals die Show gestohlen wurde und besser gestellte Interessenten den Sechszylinder gleich favorisierten – so üben die sanft geschwungenen Formen gepaart mit zukunftsgerichteter Technik noch heute ihren unwiderstehlichen Reiz aus.

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